10 Jan, 2018

Manuell fotografieren statt Automatik

10 Jan, 2018

 

 

Steht der Aufwand dafür?

In jedem Fall ja. Natürlich unter der Voraussetzung, dass man die Kamera überhaupt auf Manuell einstellen kann. Es klingt super kompliziert „Manuell fotografieren“, aber jeder der es nur einmal probiert ist begeistert. Endlich entscheiden wir, als Fotografen, nicht nur den Ausschnitt, sondern auch was auf dem Bild scharf und was unscharf wird. „Wahnsinn! Hätte nicht gedacht, dass ich das kann.“ sind die Worte die gleich nach dem Knips folgen.

Vollautomatik klingt gut, ist aber brutal langweilig. Wir kaufen eine Kamera für mehrere Hunderte von Euros und letztendlich drücken wir nur auf eine Taste. Unzählige andere Einstellungen bleiben komplett der Automatik überlassen!? Ist das Sinn und Zweck einer teuren Kamera? Sicher nicht, sonst könnten wir bei Handyfotos bleiben!

Wir brauchen Mut um das Hauptrad von A nach P zu drehen. Damit haben wir schon sehr viel gemacht. In dieser Einstellung können wir fast alle Parameter manuell verändern. (Wenn wir hier nichts ändern bleibt die Kamera beim Voll-Automatik- Modus.) Zuerst sollten wir die Autofokus Punkte, welche kreuz und quer bei halbgedrucktem Auslöser über das Bild springen, auf einen einzigen Punkt reduzieren. Damit übernehmen wir eindeutig die Kontrolle über das, was in unserem Bild scharf sein soll. Anschließend stellen wir den Auto-ISO Wert, der für Rauschen im Bild zuständig ist, auf einen max. Wert von 6400 oder sogar noch weniger!

Wenn wir jetzt richtig coole Fotos machen wollen, drehen wir das Hauptrad auf A oder S. Ihr werdet es nicht glauben, aber es ist immer noch fast alles automatisch. Nur die Blendeeinstellung bei (A) oder die Verschlusszeit bei (S) steuern wir manuell. Das heißt, wir definieren entweder Blende (A) oder Verschlusszeit (S) und die Kamera reguliert alle anderen Parameter automatisch. Einfach klasse! Stockdunkle Umgebung, Bilder mit Sonne im Hintergrund oder ein Skifahrer der mit 80km/h bei uns vorbei rast, alles ist möglich. Scharf, richtig belichtet und sogar mit coolem Look. Alles nur, weil wir einmal das Hauptrad unserer Kamera gedreht haben… Wenn wir für die Funktionen A und S schon ein bisschen Gefühl bekommen haben, können wir die Kamera auf M stellen. Jetzt wird alles manuell gesteuert: Blende, Verschlusszeit und ISO. Die Kamera macht nichts für uns. Wir entscheiden alles selbst. Unserer Kreativität sind keine Grenzen mehr gesetzt. Jetzt können wir uns Fotograf nennen. Hier die richtige Reihenfolge: Auslöser halb drücken, Fokuspunkt soll im Auge der zu fotografierenden Person oder am Objekt das im Bild am wichtigsten ist, liegen. Die Kamera ein wenig nach links oder rechts drehen, um das Bild zu dritteln. Darauf achten, dass Füße nicht abgeschnitten werden und nicht zu viel Himmel im Bild ist. Auslösen! Wenn das Bild zu hell oder zu dunkel ist ein wenig korrigieren: entweder Blende oder Verschlusszeit – eben das, wo wir mehr Spielraum haben.

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